Die Posttraumatische Belastungsstörung

Einige Menschen entwickeln in der Folge traumatischer Erlebnisse eine so genannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTB) mit einer Vielzahl von Symptomen. Ich bin unter anderem auf die Behandlung dieser Störung spezialisiert und kann Ihnen Hilfestellung dabei geben, das Trauma zu verarbeiten und zu integrieren.

 

Symptome

Immer wiederkehrende Erinnerungen und Gefühle (Intrusionen)

Das Ergebnis der nicht erfolgten Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen ist häufig, dass das Erlebnis quasi in Rohform im Gedächtnis abgespeichert wird. Das wiederum hat zur Folge, dass das Erlebnis auch in der Rohform wieder erinnert wird. Dann hat man die gleichen Eindrücke, Gefühle und Körperempfindungen, wie zum Zeitpunkt des Ereignisses selbst.

Außerdem wird das Erlebnis auch besonders leicht aus dem Gedächtnis abgerufen. Wir erleben das traumatische Erlebnis dann in Gedanken oder Gefühlen immer wieder in seiner ursprünglichen Form, ohne etwas dagegen tun zu können.

Menschen, denen etwas Schreckliches widerfahren ist, erleben häufig Momente, in denen das Erlebnis quasi wieder in ihr Leben einbricht. Dies kann in Form plötzlicher, sehr lebendiger Erinnerungen geschehen. Der Betroffene sieht Bilder der traumatischen Situation oder das Ereignis läuft nochmals wie ein Film vor ihm ab. Manchmal hört er auch wieder bestimmte Geräusche, nimmt bestimmte Gerüche oder Körperempfindungen wahr, die mit der Situation in Verbindung standen. Diese Erinnerungen werden häufig von schmerzlichen Gefühlen begleitet - sowohl seelisch, als auch körperlich. Dieses Phänomen des Wiedererlebens ist eine sogenannte Intrusion. Die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes lässt sich mit Überfall oder dem „widerrechtlichen Eindringen in einen fremden Bereich“ übersetzen. Er wurde deshalb gewählt, weil der Überfall durch die belastenden Bilder als unwillkürlich, eindringlich und belastend erlebt wird. Ein Beispiel für eine solche Intrusion ist, wenn eine Frau nach einer Vergewaltigung immer wieder die Augen des Täters sieht und glaubt, den Duft von Blumen zu riechen, die sich in der Nähe des Tatortes befanden.

Die Auslöser für solche Intrusionen können bei jedem Menschen verschieden sein. Es können äußere Reize, wie z. B. ein bestimmter Geruch oder ein bestimmtes Geräusch sein. Auch Schmerzen, die von entsprechenden Verletzungen herrühren oder Jahrestage können solche Intrusionen auslösen. Die Intrusionen treten aber auch spontan auf, ohne dass es im Außen einen Auslöser geben würde.

 

Verdrängung von Erinnerungen

Wir wollen uns schützen und deshalb versuchen wir möglicherweise, Erinnerungen an das schreckliche Erlebnis wegzuschieben. Oftmals sprechen wir auch nicht über das, was uns Schreckliches widerfahren ist, weil wir glauben, dass das für uns besser ist und weil wir hoffen, die bösen Erinnerungen so schneller zu vergessen. Dieses Schweigen sind verständlich. Natürlich möchten wir uns nicht ständig mit schrecklichen Erlebnissen befassen und wünschen uns, dass die Erinnerungen daran verblassen mögen. Unglückseligerweise führt das Wegschieben von Erinnerungen und der Versuch, nicht darüber zu sprechen dazu, dass die Erinnerungen immer häufiger auftreten.

 

Wiedererleben/Flashbacks

Manchmal wird das Trauma auch regelrecht wiedererlebt. Dieses Phänomen wird als Flashback bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Rückblende in die traumatische Situation. Die Erinnerungen und die sie begleitenden Gefühle sind dann so intensiv, dass man glaubt, das Trauma tatsächlich noch einmal zu erleben. Das Erlebnis läuft dann häufig auch wie ein Film vor den eigenen Augen ab und vermittelt das Gefühl, sich wieder mitten in der traumatischen Situation zu befinden.

 

Alpträume

Häufig kehrt das Erlebnis auch in Form von Alpträumen wieder. Diese Träume sind oft so belastend, dass es sehr schwer fällt, wieder einzuschlafen, wenn man davon aufgewacht ist. Auch die Angst davor, die schrecklichen Träume könnten wiederkommen, hindert daran, wieder in den Schlaf zu finden.

 

Gefühlsaufwallungen

Das Wiedererleben des Traumas hat mitunter auch die Form einer plötzlichen, schmerzlichen Gefühlsaufwallung, für die es keinen Auslöser zu geben scheint. Dabei kommt es oft zur Stimmungsverdüsterung und zum Auftreten von Weinen, Furcht oder Wut.

 

Erinnerungsverlust

Betroffene können sich häufig an wichtige Aspekte des Traumas nicht erinnern. Diese Unfähigkeit, sich zu erinnern, wird nicht durch Verletzungen des Kopfes bzw. des Gehirns ausgelöst. Dieses Unvermögen, sich zu erinnern wird als psychogene Amnesie bezeichnet. Meistens tritt der Verlust der Erinnerung nicht vollständig auf, sondern betrifft nur ganz besonders bedrohliche Aspekte des Traumas. So können sich Opfer von Katatstrophen häufig - zu ihrem eigenen Entsetzen - nicht an die Ursache von Narben und Schmerzen erinnern.

 

Vermeidung von allem, was mit dem Trauma in Verbindung steht

Alle genannten Formen des Wiedererlebens des Traumas sind für die Betroffenen natürlich sehr belastend. Daher versuchen sie - verständlicherweise - dieses Wiedererleben zu vermeiden. Insbesondere Gedanken, Erinnerungen und Gefühle, die mit dem Trauma in Verbindung stehen, wie z.B. starke Aufregung, versuchen Betroffene zu vermeiden. Auch Gespräche über die traumatische Situation werden von einigen - soweit dies möglich ist – eventuell vermieden. Dieses Vermeidungsverhalten kann durch eine etwaige mangelnde Bereitschaft der umgebenden Menschen, dem Betroffenen zu zuhören, noch verstärkt werden.

Traumatisierte Menschen befürchten häufig, dass alles noch schlimmer werden könnte, wenn sie mit Geschehnissen, Orten, Tätigkeiten oder bestimmten Menschen, die sie an das Trauma erinnern könnten, in Berührung kommen. Deshalb vermeiden sie es, sich damit zu konfrontieren. Das kann soweit gehen, dass der gesamte Tagesablauf davon bestimmt wird, alles zu vermeiden, was mit der traumatischen Erinnerung in Verbindung steht.

 

Vermeidung des Kontakts zu anderen Menschen

Nach traumatischen Erlebnissen kommt es auch oft zu einem Vermeidungsverhalten, das sich auch auf die Beziehungen zu anderen Menschen auswirken kann. Die Betroffenen gehen manchmal engen emotionalen Kontakten mit Angehörigen, Freunden und Kollegen aus dem Weg. Der Kontakt mit anderen ist entweder nicht aushaltbar oder die Betroffenen glauben, unzumutbar für andere zu sein oder sie nehmen an, durch die Unfassbarkeit des Erlebnisses von anderen nicht verstanden zu werden zu können. Insbesondere für Opfer von körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch vertraute Personen kann der nähere Kontakt mit Menschen verständlicherweise grundsätzlich so angstbesetzt sein, dass alle Menschen gemieden werden.

 

Körperliche Reaktionen

In der Folge von traumatischen Erlebnissen erleben Betroffene häufig auch körperliche Reaktionen, wenn sie auslösenden Reizen ausgesetzt sind, die Erinnerungen, Gefühle oder Wahrnehmungen wachrufen, die mit dem traumatischen Ereignis zusammenhängen oder es symbolisieren. Viele Menschen reagieren dann mit Herzrasen, Schwitzen, einem Anstieg des Blutdrucks und weiteren physischen Symptomen.

Bei Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, ist das körperliche Erregungsniveau häufig verändert. Das kann zu Schlafstörungen führen. Die Betroffenen schlafen entweder schlecht ein oder sie wachen nachts häufig auf oder sie erwachen morgens früh und können dann nicht mehr einschlafen. Manchmal treten auch alle drei Schlafstörungen zusammen auf, was zu einem extremen Schlafverlust führen kann. Zum Einen sind diese Schlafstörungen durch die Nervosität bedingt, zum Anderen aber – wie schon angesprochen - durch die häufig auftauchenden Alpträume bzw. die Angst davor.

 

Aggression und Reizbarkeit

Viele Betroffene berichten auch über eine Reizbarkeit, die sie so vorher bei sich gar nicht kannten. Kleinigkeiten reichen aus, um Aggressionen auszulösen, die ihnen selbst Angst machen. Sie verstehen sich selbst nicht mehr, können aber auch nichts gegen diese Reizbarkeit tun. Auch das Umfeld leidet dann unter diesen Aggressionen und steht zumeist vor einem Rätsel, wenn ein vormals ruhiges, sonniges Gemüt in die Aggression umschlägt.

 

Extreme Schreckhaftigkeit

Ein Anzeichen dafür, dass der biologische, körperliche und psychische Alarmzustand der traumatischen Situation noch andauert, ist eine extreme Schreckhaftigkeit. Besonders unerwartete Geräusche, wie z.B. die Fehlzündung eines Autos oder das plötzliche Ertönen eines Martinshorns können ein heftiges Erschrecken auslösen, das sich von normalen Schreckreaktionen unterscheidet, da die Erregung häufig sehr lange anhält.

 

Mangelnde Konzentrationsfähigkeit

Traumatisierte Menschen können sich meistens schlecht auf Tätigkeiten oder ihre Umgebung konzentrieren. Trotz großer Bemühungen ist es ihnen oftmals nicht möglich, Tätigkeiten, die ihnen früher leicht von der Hand gingen, durchzuführen.

 

„Auf dem Sprung sein“

Alle diese Reaktionen der extremen Erregung müssen nicht durch Erinnerungen an das Trauma ausgelöst sein, wenn gleich dies natürlich auch passiert. Vielmehr ist das Erregungsniveau nach Traumata überhaupt häufig erhöht. Betroffene wirken oft wie ständig auf dem Sprung. Sie beschreiben sich auch selbst so.

 

Interessenverlust

Menschen, die einer traumatischen Situation ausgesetzt waren verlieren häufig das Interesse an Aktivitäten, die ihnen früher Spaß machten. Sie gehen dann z.B. ihren Hobbies und gesellschaftlichen Aktivitäten nicht mehr nach, und treiben nicht wie früher Sport. Sie haben einfach an gar nichts mehr Interesse und müssen sich dazu zwingen, überhaupt etwas zu tun.

 

Das Gefühl von Taubheit

Die Betroffenen fühlen sich oftmals wie taub. Sie sind dann kaum noch dazu in der Lage, Gefühle zu empfinden. Daher können sie auf ihre Umgebung nicht mehr angemessen reagieren und Gefühle wie z.B. Liebe, erwidern. Aber auch Gefühle wie z.B. Trauer können häufig nicht mehr empfunden werden. Die Betroffenen leiden darunter, nicht so lachen, lieben oder trauern zu können, wie andere, sprechen darüber aber selten. Daher sind diese Reaktionen insbesondere für nahe Angehörige schwer oder gar nicht zu verstehen. Der Betroffene zeigt häufig gar keine Zuneigung mehr und verhält sich gleichsam wie ein Roboter.

 

Abtauchen

Traumatisierte wirken manchmal gelangweilt, kalt und nur mit sich selbst beschäftigt. Das scheint insbesondere dann so zu sein, wenn das Phänomen des schon beschriebenen Wiedererlebens auftritt. Denn dann verwenden die betroffenen Menschen zumeist alle nur verfügbaren Energien darauf, diese furchtbare Emotionsflut zu unterdrücken. Da sich dies von außen nicht erkennen lässt, entsteht im sozialen Umfeld der Eindruck, der Betroffene sei nur noch an sich selbst interessiert.

 

Gefühl der Hoffnungslosigkeit

Oftmals glauben die Betroffenen auch, dass niemand sie verstehen könne. Die traumatischen Erfahrungen scheinen mit anderen, die diese Erfahrungen nicht gemacht haben, nicht teilbar zu sein. Das führt dazu, dass sie sich Anderen gegenüber entfremdet fühlen und sich immer weiter zurückziehen.

Manchmal haben traumatisierte Menschen auch das Gefühl, ihre Zukunft sei irgendwie verkürzt. Sie erwarten dann z.B. nicht, jemals eine Familie gründen zu können oder alt werden zu können. Oftmals glauben sie auch, von einer glücklichen Zukunft, wie sie möglicherweise anderen beschieden ist, ausgeschlossen zu sein.

 

Übervorsichtigkeit und übertriebene Wachsamkeit

Manchmal sind Menschen, denen Unfassbares geschehen ist, übertrieben wachsam oder vorsichtig ihrer Umgebung oder ihren Mitmenschen gegenüber. Das kann dazu führen, dass sie z.B. im Kino nur sichere Plätze, wie z.B. ganz außen oder hinten im Vorführungssaal auswählen, um schnell flüchten zu können, falls etwas Außergewöhnliches passiert. Manchmal wird von Betroffenen die Umgebung ständig auf Gefahren hin abgesucht. Es kommt auch vor, dass es zu einem übertriebenen Sicherheitsbedürfnis in Bezug auf die eigene Familie oder das eigene Zuhause kommt.

 

Nehmen Sie Kontakt mit mir auf; dann können wir gemeinsam einen Behandlungsplan für Sie erstellen und Sie können sich von mir begleitet auf den Weg der Heilung begeben.

Praxis für Psychotherapie und Coaching
Sabine Morgan
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Psychotherapeutin Sabine Morgan Muenchen